Blinder See

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Der Blinde See ist ein sehr idyllisch gelegener Moorsee inmitten eines größeren Waldgebietes (Dürmentinger Wald). Der See und das ihn umgebende Moor stehen heute unter Naturschutz. Es handelt sich um ein sehr schützenswertes und noch wachsendes Hochmoorökotop, das viele sehr selten gewordene Tiere und Pflanzen beherbergt. Das Bild prägen Torfmoose, Wollgräser und Moosbeere, wobei an den randlichen Verlandungszonen sich auch ein Anflug von Birken, Fichten, Kiefern ansiedelt. Der See liegt in einer Hohlform, deren Entstehung auf eine sogenannte Toteisbildung am Ende der Rißeiszeit zurückgeht. Nach dem endgültigen Abtauen des Toteisblockes füllte sich die Mulde wieder mit Wasser - ein kleiner See entstand, der nach und nach vom Rand her vermoorte. Schon vor dem ersten Weltkrieg war der See völlig " erblindet", d.h. verlandet.

 

Durch Torfabbau, nach vorangegangener künstlicher Grundwasserabsenkung (Drainage 1919), entstand in den 20er Jahren wieder ein etwa 10 ha großer (Torfstich-) "See". Dieser ist inzwischen wieder stark verlandet und z. T. mit einer Schwingrasendecke überzogen. Der Blinde See liegt gut 1 km westsüdwestlich von Kanzach. Vom Ort aus gelangt man über die Kirchgasse und den Rotkreuzweg entlang von fruchtbaren Feldern in den Wald zum Blinden See. Ferner befindet sich neben der L 282 zwischen Kanzach und Marbach ein Parkplatz, von dem aus nach kurzer Zeit der Blinde See zu Fuß erreicht werden kann. Der Blinde See ist viel mehr als nur ein Wanderziel für Naturfreunde. Hier können Sie in der Natur Ihre Seele baumeln lassen. Am idyllischen Seeufer lädt eine Hütte zur Rast ein.